Walk alone
Die dritte Geschichte

Die Musik war so laut und wir standen uns gegenüber, schrien uns an als würden wir uns hassen, aber in ihren Augen sah ich nichts, ich konnte durch ihre Pupillen in eine Welt schauen, die nicht ihre war, aber auch nicht meine, und es war, als hätte ich ihr ein Loch in die Seele gerissen, durch das nun Gift in die Zellen strömen konnte, aber meine Kraft reichte nicht aus um die Öffnung zu schließen und so standen wir da und schrien uns an, die lauten Stimmen verschwanden im Gewühl der Musik, es gab keine Zärtlichkeit mehr in unseren Worten und irgendwann sagten wir nichts mehr, sahen durch uns hindurch, wünschten uns fort und bereuten alles, obwohl wir wieder in einem Bett schlafen würden, betrunken, von der Reizüberflutung niedergestreckt, blutend wie ein wildes Tier, die Gesichter gerötet von der wallenden Hitze, von den sich schüttelnden Körpern um uns herum, und wir waren wie Steine in der Brandung, ewig, starrten uns an bis ich begriff, dass es niemals mehr ein Wir geben würde, dass jetzt alles verloren war, dass ihr zerlumptes Ego alles zerstört hatte, und ich sah, wie ihre Tränen auf den Boden tropften, senkte den Blick um zu beobachten, wie sie sich vermischten mit dem Alkohol und dem Schmutz, der den Boden bedeckte, und als ich wieder aufsah, war sie verschwunden und für einen Augenblick glaubte ich, ich hätte mir unsere Begegnung nur eingebildet, bis ich die beiden leeren Gläser sah, die bis zum Filter gerauchten Zigaretten mit einem Hauch Lippenstift, aber sie war weg, für immer fort, nur darum ging es
7.8.06 20:52
 


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